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Institutionelle Krypto-Adoption 2026 in Europa: Experten-Insights und Ausblick

21.04.2026

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Institutionelle Krypto-Adoption 2026 in Europa: Experten-Insights und Ausblick

Die Krypto-Adoption schreitet weiter voran. Im europäischen Banking werden Bitcoin, Ethereum & Co. bei Retail-Kunden immer mehr zu gern gesehenen Investments. Laut einer unserer Studien haben bereits 25 Prozent der EU-Bürger digitale Assets besessen oder besitzen sie aktuell. Spanien geht mit 29 Prozent voran, Frankreich etwa holt mit 23 Prozent weiter auf. Für Banken bedeutet das beim Einstieg in digitale Assets und Kryptowährungen ein unmittelbares Kundenpotenzial zwischen 23 und 29 Prozent in ihrem bestehenden Stamm – zuzüglich derer, die erst durch das Krypto-Angebot auf das Institut aufmerksam werden. In diesem Artikel geben Stephanie Hurry (Head of Business Development) und Dr. Ulli Spankowski (Chief Digital & Product Officer) stellvertretend für Boerse Stuttgart Digital exklusive Einblicke, wie Banken diese Nachfrage durch regulierte Infrastruktur heute in marktreife Angebote verwandeln und sich der institutionelle Markt für Kryptowährungen im Jahr 2026 entwickeln könnte.

Kurzzusammenfassung

  • Europäische Banken haben für neu aufgelegte Krypto-Angebote ein unmittelbares Kundenpotenzial von 23 bis 29 Prozent in ihrem Bestand.

  • Die Krypto-Adoption in Europa schreitet 2026 insgesamt voran, verläuft aber in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die DACH-Region und Spanien gelten als Pioniere, während Nordeuropa einen stärkeren Fokus auf den Anlegerschutz legt.

  • Im Jahr 2026 entwickelt sich der regulierte Krypto-Handel von einem isolierten Angebot hin zu einem vollständig integrierten Standard-Bankprodukt, so die Einschätzung von Dr. Ulli Spankowski, Chief Digital & Product Officer von Boerse Stuttgart Digital und Chief Digital Officer der Boerse Stuttgart Group.

  • Stablecoins und Tokenisierung rücken in das Zentrum der Finanzinfrastruktur, um interne Abwicklungszyklen zu verkürzen und Kosten bei der Wertpapierabwicklung zu senken.

  • Hohe regulatorische Anforderungen durch DORA und komplexe interne Genehmigungsprozesse führen dazu, dass Finanzinstitute verstärkt auf externe Infrastruktur-Partner setzen.

  • Boerse Stuttgart Digital als Partner ermöglicht Banken, Brokern und Vermögensverwaltern eine modulare und regulatorisch konforme Einbindung von Krypto-Lösungen, ohne dass institutionelle Akteure die Kontrolle über ihre Kundenbeziehungen abgeben müssen.

Europa schreitet in der Krypto-Adoption voran – aber in unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Dank der regulatorischen Klarheit durch MiCAR hat sich Europa vor allem seit Anfang 2025 als Vorreiter bei der institutionellen und regulierten Adoption digitaler Assets etabliert. Spannend ist ein Blick ins Detail – denn nicht in jedem Land auf dem alten Kontinent schreitet die Entwicklung gleichermaßen voran. Während etwa Deutschland „First-Mover-Status“ hat, legt Frankreich einen Fokus auf Stablecoins, nordische Staaten wie Norwegen und Schweden neigen zu einem konservativeren Ansatz – und entwickeln ihre Angebote daher etwas langsamer.

Kurzum: Die Adoption schreitet zwar überall voran, allerdings in unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit unterschiedlichem Fokus:

Land / Region

Status Quo 2026

Entwicklungstreiber / Fokus

Deutschland, Schweiz

Early Mover, institutionell bereits weit, weiterhin Vorreiterrolle

Regulatorische Grundlagen früh gesetzt, bereits jetzt starke Marktakteure

Spanien

Sehr schnelle Entwicklung

Proaktive Regulatorik und dynamisches Fintech-Ökosystem

Frankreich

Starkes Momentum

Fokus auf Stablecoins

Italien

Retail eher zurückhaltend, konservativen Regulatorik bremst Banken

Mehr institutionelle Services (B2B2B)

Nordeuropa (etwa Dänemark, Island, Norwegen, Finnland, Schweden)

Langsamere Schritte

Starker Fokus auf Anlegerschutz im Retail-Bereich

Dass das Potenzial groß ist, zeigt ein Blick auf das ETP-Marktvolumen: Dieses hat allein zwischen 2023 und 2024 von 4,4 Milliarden auf 10,8 Milliarden Euro um den Faktor 2,5 zugenommen, heute liegt es bei rund 14,3 Milliarden Euro. Dennoch ist die Reise noch lange nicht am Ende: Der US-Markt weist im Vergleich zum deutlich älteren EU-Markt aktuell noch das siebenfache Volumen auf – eine Lücke, die gleichzeitig großes Potenzial für europäische Player bietet.

DACH-Region mit Deutschland und der Schweiz als Pionier

Besonders Deutschland und die Schweiz haben ihre Rolle als Taktgeber für den gesamten EU-Krypto-Markt gefestigt. In Deutschland erwies sich die frühzeitige Einführung der Kryptoverwahrlizenz und des eWpG (elektronisches Wertpapiergesetz) als entscheidender Standortvorteil.

Große Institute wie die DZ Bank oder DekaBank fungierten hier als Early Mover. Stephanie Hurry betont dabei eine deutsche Besonderheit: Während in anderen Märkten „Closed-Loop“-Systeme zur Risikominimierung genutzt werden, ist das in Deutschland aufgrund zivilrechtlicher Anforderungen kaum eine Option – hier wird die direkte Lieferbarkeit der Assets (In-Kind-Withdrawal) vorausgesetzt.

Steigende Dynamik in Südeuropa und Frankreich

Während im Norden – etwa Schweden oder Dänemark – regulatorische Bedenken hinsichtlich des Anlegerschutzes im Retail-Bereich die Banken teilweise noch etwas bremsen, zeigt sich Südeuropa deutlich offensiver. Vor allem Spanien, wo Boerse Stuttgart Digital seit Herbst 2025 in Madrid präsent ist, hat sich zu einem proaktiven Fintech-Ökosystem entwickelt.

Dr. Ulli Spankowski gibt exklusive Einblicke in die dortige Entwicklung: „Spanien ist im europäischen Vergleich sehr weit fortgeschritten. Die Adoption wurde hier Hand in Hand von Banken und Regulatoren vorangetrieben. Zuerst haben Neobanken den Markt mit Krypto-Angeboten erschlossen, doch die traditionellen Institute sind zügig gefolgt und haben das Angebot für die breite Masse etabliert.“

  • In Italien hingegen zeichnet sich ein anderer Trend ab: Da die Regulierungsbehörden beim Thema Retail-Krypto zurückhaltender agieren, fokussieren sich viele Banken dort verstärkt auf das Proprietary Trading oder Dienstleistungen für professionelle Unternehmenskunden.

  • Frankreich sticht unterdessen durch ein besonders hohes Interesse an Stablecoins und deren Nutzung für effiziente Abwicklungsprozesse hervor.

Der Erfolg eines Instituts hängt im Jahr 2026 maßgeblich von der Bereitschaft des lokalen Regulators ab. „Märkte mit einer progressiven Aufsicht skalieren schneller“, sind sich Stephanie Hurry und Dr. Ulli Spankowski einig. Die genannten regionalen Unterschiede führen im Jahr 2026 dazu, dass Banken – je nach Standort und Zielgruppe – sehr individuelle Pfade bei der Implementierung ihrer Digital-Asset-Strategien wählen müssen.

2026 bringt den Wandel von isolierten Krypto-Angeboten zu ganzheitlicher Digital-Assets-Strategie

Das Jahr 2026 markiert den Übergang von isolierten Krypto-Angeboten zu einer ganzheitlichen Strategie für digitale Vermögenswerte. Dr. Ulli Spankowski sieht eine Phase, in der regulierter Krypto-Handel zum Standard-Bankprodukt avanciert: „2026 geht es weniger um bloße Skalierung, sondern um den Beweis der operativen Exzellenz. Die Institute, die Krypto-Infrastruktur direkt in ihre bestehenden Kernbanken- und Risikosysteme integrieren, haben gute Chancen auf attraktive Marktpositionen.“

Drei Entwicklungen könnten aus seiner und der Sicht von Stephanie Hurry für Finanzinstitute, von denen 80 Prozent die steigende Bedeutung von digitalen Assets anerkennen, besonders spannend werden:

  • Stablecoins werden wichtiger: Vor allem für den Zahlungsverkehr und das interne Settlement werden Stablecoins zur Kerninfrastruktur. Banken nutzen sie, um Vorfinanzierungskosten (Prefunding) zu senken und Abwicklungszyklen zu verkürzen – ohne das Endkundenprodukt grundlegend ändern zu müssen.

  • Tokenisierung: Die Tokenisierung von Real-World Assets (RWA) modernisiert das Investmentbanking. Mit Seturion liefert die Boerse Stuttgart Group bereits die Antwort auf die fragmentierte europäische Abwicklungslandschaft in diesem Segment: Eine paneuropäische Plattform, die nationale Silos aufbricht und die Kosten um bis zu 90 Prozent senken kann.

  • Konvergenz der Anwendungsfälle: Die Grenzen zwischen Krypto-Trading, Stablecoins und Tokenisierung verschwimmen. Institutionen fordern zunehmend End-to-End-Lösungen, die alle Asset-Klassen auf einer regulierten Infrastruktur vereinen.

Komplexität als Herausforderung bei der Implementierung von Krypto-Angeboten

Trotz der regulatorischen Klarheit durch MiCAR stehen viele Finanzinstitute vor der Herausforderung, eine Infrastruktur aufzubauen, die diese Entwicklungen unterstützt. Dabei gibt es neben regulatorischen auch interne Hürden, erklärt Stephanie Hurry. „Ich beobachte in Gesprächen mit europäischen Großbanken immer wieder das gleiche Muster. Oft sind es nicht nur externe Hürden, die ein Projekt verlangsamen, sondern die internen Abstimmungsprozesse.“

Beim Blick auf die Strukturen vieler Banken verwundert das nicht. Die Entscheidung, ob ein Krypto-Angebot über die Zentrale, eine Tochtergesellschaft oder eine Neobank-Marke ausgerollt wird, führt oft zu komplexen Debatten.
Früher oder später stellt sich die fundamentale Frage: „Make or Buy?“ – also die Infrastruktur selbst aufbauen oder auf Partner setzen? Während frühe Akteure in der Schweiz mangels Alternativen oft eigene Verwahr-Lösungen entwickelten, neigt der Markt 2026 klar zu Partnerschaften. Der Grund: Die regulatorische Messlatte liegt durch DORA (Digital Operational Resilience Act) und die EBA-Leitlinien für IKT-Drittanbieter sehr hoch.

Fazit: Mit Boerse Stuttgart Digital von den Entwicklungen 2026 profitieren

Aus diesen Gründen werden für Banken Infrastrukturen wichtiger, die „production-ready“ sind. Für Dr. Ulli Spankowski ist die Zeit der isolierten Krypto-Silos vorbei: „Ich beobachte verstärkt, dass Finanzinstitute Partner priorisieren, die den Betrieb nicht verkomplizieren. Anbieter, die von Banken verlangen, parallele Prozesse zu steuern, werden im Auswahlprozess schnell aussortiert.“

Hier setzt der Ansatz von Boerse Stuttgart Digital an. Die One-Stop-Shop-Lösung bietet Banken, Brokern, Vermögensverwaltern und allen institutionellen Akteuren eine ganzheitliche und gleichzeitig modulare Lösung aus Handel, Verwahrung und Brokerage. So behält etwa eine Bank auf Wunsch die volle Kontrolle über die Kundenbeziehungen, während die technische und regulatorische Komplexität im Hintergrund von einem spezialisierten Partner bewältigt wird.

Möchten Sie als Bank, Broker oder Vermögensverwalter einen eigenen oder Ihren Kunden einen einfachen, sicheren und regulierten Marktzugang ermöglichen? Mit Boerse Stuttgart Digital gelingt genau das. Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches Gespräch – wir freuen uns auf Sie!

Quellen


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